Wir planen einen Neubau

Das Ökumenische Hospiz Kloster Bruche plant einen Neubau. Das neue Gebäude soll moderne Hospizarbeit mit einer warmen, wohnlichen Atmosphäre verbinden. Die Baukosten werden nicht durch staatliche Förderungen getragen. Damit dieses Projekt realisiert werden kann, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schaffen Sie mit uns einen Ort, an dem Menschen auf dem letzten Lebensweg Würde und Geborgenheit erfahren – in der Region, für die Region Mehr Infos

Ehrenamtliche Fahrer spenden Trinkgeld ans Hospiz

02.10.2026

Wenn aus kleinen Gesten eine große Hilfe wird: Was Fahrgäste dem Bürgerfahrdienst der VG Kirchen als Trinkgeld mit auf den Weg gaben, kommt jetzt dem Ökumenischen Hospiz Kloster Bruche zugute. Stolze 2500 Euro hat das ehrenamtliche Team gesammelt. Die Spende übergaben nun vor Ort (von rechts) Hans Imhäuser und Koordinator Paul Eisel an Hospizleiterin Yasmin Brost.

Aus kleinen Gesten wird große Hilfe: Der Bürgerfahrdienst der Verbandsgemeinde Kirchen hat 2500 Euro an den Förderverein des Ökumenischen Hospizes Kloster Bruche gespendet. Der Betrag stammt aus dem Trinkgeld der ehrenamtlichen Fahrer.

Gute Fahrt, gute Tat: Der Bürgerfahrdienst der Verbandsgemeinde Kirchen ist sozial engagiert – und das in gleich mehrfacher Hinsicht. Beinahe täglich ist der weiße Wagen auf heimischen Straßen unterwegs, um Menschen, die nicht (mehr) mobil sind, beispielsweise zum Arzt oder zum Einkaufen zu bringen. Viele Fahrgäste zeigen sich für die kostenlose Dienstleistung mit einem Trinkgeld erkenntlich, und aus diesem Topf hat das Team jetzt stolze 2500 Euro an den Förderverein des Ökumenischen Hospizes Kloster Bruche in Betzdorf überreicht.

 

Zur Spendenübergabe statteten Paul Eisel und Hans Imhäuser dem Hospiz einen Besuch ab – und zwar mit dem brandneuen Pkw des Bürgerfahrdienstes, einem komplett elektrisch angetriebenen Ford Explorer. Es ist das fünfte Fahrzeug, seitdem das Angebot im Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde, damals auf Initiative des früheren Seniorenbeiratsvorsitzenden und 2022 verstorbenen Helmut Ermert. Mit diesem Bürgerservice leisteten die Ehrenamtler aus der Verbandsgemeinde Kirchen seinerzeit wahre Pionierarbeit im nördlichen Rheinland-Pfalz.

 

Seit einigen Jahren schon kümmert sich nun Gründungsmitglied Paul Eisel federführend um die Administration und Koordination – und die hat es in sich: Immerhin besteht das Team inzwischen aus rund 20 Fahrern und drei Telefonistinnen. Das gesamte ehrenamtlich tätige Personal arbeitet dabei unentgeltlich. „Kernidee des Bürgerfahrdienstes ist es, Menschen aus unserer Verbandsgemeinde, egal ob alt oder jung, Mobilität zu schenken“, sagt Eisel. „Dabei geht es vor allem um Termine bei Ärzten oder Therapeuten, Fahrten zum Einkaufen oder auch zu Veranstaltungen.“ Gefahren wird nur in der Verbandsgemeinde Kirchen und ins benachbarte Betzdorf, etwa zum dortigen Wochenmarkt. „Wir wollen keine Konkurrenz zu den Taxiunternehmen sein“, betont Eisel, „und im Unterschied zu vielen anderen Bürgerbussen gibt es bei uns auch keine festen Routen und keinen festen Fahrplan.“

 

Stattdessen werden ganz individuelle Fahrtwünsche angenommen. Und wie läuft das Ganze ab? „Wer den Bürgerfahrdienst in Anspruch nehmen möchte, kann montags und mittwochs jeweils von 14 bis 17 Uhr die Telefonnummer 02741/688-860 anrufen“, erläutert Eisel. „Der Fahrgast nennt seinen Namen, seine Adresse und das Fahrziel sowie gegebenenfalls eine Uhrzeit, zu der er wieder abgeholt werden möchte.“ Die Telefonistinnen im Homeoffice geben die Aufträge in eine moderne Software ein, die Fahrer wiederum erhalten daraufhin eine E-Mail mit den Routen für den nächsten Tag. Jährlich werden so etwa 25.000 Kilometer zurückgelegt. Im Jahr 2025 wurden 2190 Fahrten durchgeführt, also monatlich im Durchschnitt 183.

 

„Etwa 80 Prozent unserer Fahrgäste sind gewissermaßen Stammkunden“, sagt Paul Eisel. Davon wiederum sind die meisten Senioren – und die wissen den zuverlässigen Service sehr zu schätzen, ergänzt Hans Imhäuser. Er ist mit seinen selbst 80 Jahren einer der Chauffeure und hat nach wie vor große Freude an diesem Ehrenamt: „Die Dankbarkeit der Leute, mit ihnen unterwegs ein nettes Schwätzchen zu halten, das ist für uns Fahrer doch der schönste Lohn.“

 

Und auch wenn das Ganze kostenlos ist – fast jeder Fahrgast wirft hinterher ein paar Euro in die Spardose, berichtet Imhäuser weiter. Das Trinkgeld wird über das Jahr hinweg gesammelt, ein bisschen davon für eine Weihnachtsfeier zurückgelegt, während der größere Teil stets einem gemeinnützigen Zweck zugutekommt. Dass die Wahl diesmal auf das Ökumenische Hospiz Kloster Bruche kommt nicht von ungefähr, unterstreicht Paul Eisel: „Das Hospiz ist eine so wichtige Einrichtung für unsere Region. Als wir von dem geplanten Neubau erfahren haben, waren wir uns alle schnell einig, dass wir dies unterstützen möchten.“

 

Bekanntlich soll auf dem weitläufigen Klostergelände mittelfristig ein neues, ebenerdiges Gebäude für das Hospiz mit zehn Gästezimmern entstehen. Das derzeit genutzte Haupthaus könnte nach den Plänen der Trägerin, der Diakonie in Südwestfalen, dann künftig für weitere pflegerische Angebote genutzt werden. Im Namen des Hospiz-Teams und des Fördervereins bedankte sich Einrichtungsleiterin Yasmin Brost daher herzlich für die Spende: „Es freut uns sehr, dass Sie an uns gedacht haben. Jeder Euro hilft uns dabei, unser Projekt zu realisieren.“ Zugleich lobt sie das Engagement des Bürgerfahrdienstes: „Dass Sie es vielen Menschen auf diese Weise ermöglichen mobil zu bleiben, finde ich eine ganz tolle Sache.“

Übrigens: Paul Eisel würde sich freuen, wenn sich weitere Mitstreiter für den Bürgerfahrdienst finden: „Wer gerne elektrisch fährt und etwas Gutes tun will, kann sich gerne bei mir melden.“ Bei Interesse genügt ein Anruf unter 02741/930193 oder eine E-Mail an paul.eisel@icloud.com.

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